Neun Gesichter - ein Mensch…
- Raffaela Schmid

- 9. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Wenn ich dieses Bild betrachte, muss ich schmunzeln. Neun verschiedene Gesichtsausdrücke, neun verschiedene Stimmungen, neun verschiedene Facetten sowie Geschichten und doch bin ich auf jedem einzelnen Bild dieselbe Person.
Wir Menschen neigen dazu, uns selbst zu vereinfachen. Wir möchten stark sein, belastbar, positiv und souverän. Doch die Wahrheit ist:
Kein Mensch besteht nur aus einer einzigen Seite.
In mir lebt die Nachdenkliche ebenso wie die Verspielte. Die Ernste ebenso wie die Leichte. Die Mutige ebenso wie die Vorsichtige. Die Frau, die laut lachen kann, und diejenige, die manchmal still wird und Antworten sucht.
Lange Zeit habe ich manche dieser Seiten eher kritisch betrachtet. Die Zweiflerin. Die Kritikerin. Die Vorsichtige. Diejenige, die vieles hinterfragt und intensiv fühlt. Ich dachte, einige dieser Anteile würden mir im Weg stehen.
Dass ich sie überwinden, verändern oder vielleicht sogar loswerden müsste.
Heute sehe ich das anders.
Während meiner Ausbildung zur Hypnosetherapeutin durfte ich einen Ansatz kennenlernen, der meinen Blick auf mich selbst nachhaltig verändert hat: die Arbeit mit ressourcenreichen inneren Anteilen.
Mein eigentlicher Game Changer war dabei nicht nur das fundierte, theoretische Wissen. Es war eine Erfahrung.
In einer Übung begegnete ich unerwartet meiner Zweiflerin. Einem Anteil, gegen den ich lange gekämpft hatte, weil ich glaubte, sie würde mich zurückhalten, bremsen oder klein machen. Doch in dieser Begegnung geschah etwas Unerwartetes. Die Zweiflerin kam nicht, um mich zu kritisieren oder abzuwerten. Sie überreichte mir eine Ressource. Etwas Wertvolles. Etwas Stärkendes. Etwas, das ich von diesem Anteil niemals erwartet hätte.
Ich weiss noch, wie überrascht wir darüber waren.
Und dadurch wurde mir plötzlich bewusst, dass vielleicht all meine inneren Anteile, gar nicht meine Gegner sind. (Sondern wohl eher mein Glaubenssatz dazu)
Dass selbst jene Anteile, die mich manchmal herausfordern, etwas Wertvolles in sich tragen können.
Für mich war das der Moment, in dem der Kampf gegen mich selbst aufhörte und die Verbindung zu mir selbst begann.
Rückblickend erkenne ich heute, dass genau dort auch die Wurzeln meines persönlichen VerbindungsWerks liegen.
Die vielen Aus- und Weiterbildungen der letzten Jahre haben dazu beigetragen. Die Arbeit mit dem Nervensystem, dem Körper, dem Bewusstsein, der traumasensiblen Begleitung und vielen weiteren Ansätzen haben wichtige Puzzleteile geliefert. Ich hatte vieles verstanden, vieles erlebt und vieles gefühlt. Doch die einzelnen Puzzleteile lagen lange Zeit nebeneinander. Jedes einzelne war wertvoll, aber noch nicht miteinander verbunden.
Erst durch die Hypnose-Arbeit mit ressourcenreichen inneren Anteilen begann sich daraus ein Gesamtbild zu formen.
Plötzlich waren die einzelnen Erkenntnisse nicht mehr voneinander getrennt. Sie wurden zu einem Ganzen. Zu einem Verständnis davon, wie Verbindung entsteht. Zur Erkenntnis, dass Menschen nicht repariert werden müssen, sondern oft wieder Zugang zu dem finden dürfen, was längst in ihnen vorhanden ist: ihre Ressourcen, ihre Fähigkeiten, ihre inneren Anteile und letztlich zu sich selbst.
Genau daraus sind später auch die VerbindungsWerk-Abende entstanden. Abende, an denen wir in einer geführten Gruppen-Hypnomeditation diesen ressourcenreichen Anteilen begegnen, ihnen Raum geben und mit ihnen in Kontakt treten. Nicht um jemand anderes zu werden, sondern um wieder bei sich selbst anzukommen.
Wenn ich heute vor einer Gruppe stehe und Menschen durch diese Prozesse begleite, berührt mich das oft selbst. Denn hätte man mir vor einigen Jahren gesagt, dass ich einmal vor einer Gruppe stehen, sprechen, anleiten und mein Wissen weitergeben würde, hätte ich vermutlich panisch gelächelt und den Kopf vehement geschüttelt.
Präsentationsangst und vor einer Gruppe stehen? Nein danke - lieber im Hintergrund bleiben.
Das wäre damals meine Antwort gewesen.
Doch irgendwo auf diesem Weg durfte auch ich meinen ressourcenreichen Anteilen begegnen. Einem mutigen Anteil. Einem lebensbejahenden Anteil. Einem Anteil, der daran glaubt, dass schwierige Erfahrungen nicht das Ende einer Geschichte sein müssen. Und einem Anteil, der tief in sich wusste, dass aus all dem Erlebten etwas Wertvolles entstehen kann.
Ohne die Aktivierung dieser Anteile gäbe es heute vermutlich kein VerbindungsWerk. Keine Gruppenabende und auch kein Workbook.
Heute erfüllt mich das nicht mit Stolz, sondern mit Demut. Denn ich weiss, dass dieser Weg nicht dadurch entstanden ist, dass ich jemand anderes geworden bin. Er entstand, weil ich begonnen habe, mich selbst wiederzufinden. Mit all meinen Facetten. Mit all meinen Emotionen. Mit all meinen inneren Anteilen.
Und vielleicht ist genau das die schönste Form von Heilung: Nicht jemand Neues werden zu müssen, sondern nach Hause zu kommen. Zu sich selbst.
✨ Möchtest auch du deinen ressourcenreichen inneren Anteilen begegnen?
Gerne begleite ich dich in einer individuellen 1:1 Hypnosesitzung oder an einem meiner VerbindungsWerk-Abende mit geführter Gruppen-Hypnomeditation.
Ich freue mich auf deine Kontaktaufnahme.
📞 079 819 82 81
Aus tiefer Dankbarkeit an Gabriel Palcios, für seinen wertvollen Therapie-Ansatz, der meinen Blick auf die Ressourcen im Menschen nachhaltig verändert und letztlich den Grundstein für das VerbindungsWerk gelegt hat. 🫶



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